KTM EXC 530 Rallye Kit Umbau

Aktuell möchte ich von einem Projekt berichten, das zurzeit in der Werkstatt Gestalt annimmt. Verwirklicht wird ein Rallye-Umbau an einer KTM 530 EXC, wobei auf folgende Merkmale oder vorrangig Wert gelegt wurde.

Das Motorrad sollte für eine Rallye-Veranstaltung folgende Kriterien erfüllen, wobei diese in zwei Schritten umgesetzt werden:

  • Vorbau mit Navigationsträger und Instrumenten
  • Frontverkleidung, bestenfalls transparent für bessere Übersicht
  • Navigationsgeräte wie ICO, Roadbookhalter und Compass-Repeater
  • Großer Fronttank für erhöhte Reichweite

Zudem soll der Vorbau „starr“ bleiben, also nicht an der Gabel befestigt werden und sich beim Lenkeinschlag mitbewegen. Es gibt zwar dafür diverse Lösungen (z.B. 28 mm Lenkerklemmung), die mir aber alle zum einen rein optisch nicht so recht gefallen (da keine geschlossene Verkleidung) oder  aber aufgrund der Masse der montierten Geräte nicht sinnvoll erscheinen (das ganze Gedöns muss ja beim Lenken mitbewegt werden).

Im zweiten Schritt soll zusätzlich eine Seitenverkleidung montiert werden, die den Raum zwischen Verkleidungsscheibe und Tank schließt. Weiterhin möchte ich an einem Motorschutz arbeiten, der zum einen ein Staufach für Werkzeug als auch einen Wasserbehälter mit ca. 4 Liter beinhaltet.

Für die gestellten Aufgaben des ersten Projektabschnitts habe ich die erforderlichen Teile bereitgestellt und Vorbereitungen für den Aufbau des Motorrades getroffen. Bereitliegen der komplette, mehrteilige und schwarz eloxierte Vorbau, ein F2R Roadbookhalter sowie ein Tripmaster, die Verkleidungsscheibe, der Tank und diverse Montage- und Kleinteile.

Lenkkopfadapter KTM 450 / 530

Lenkkopfadapter KTM 450 / 530

Jeder, der die 450er oder 530er Modelle kennt, bei diesem Umbau liegt die Besonderheit darin, das es kaum eine Lösung gibt, einen Vorbau ohne mechanische Bearbeitung des Lenkkopfs zu montieren. Entweder muss eine Aufnahme am Lenkkopf angeschweißt oder es müssen Bohrungen in den Lenkkopf gebohrt werden, um einen Adapter zu montieren. Ich setze bei meinem Projekt auf eine andere Lösung: zusätzliche Adapter mit Lenkkopflager, die oben und unten in den Lenkkopf eingepresst werden und die Aufnahme für den Vorbau tragen. (siehe Foto).

Der Ausbau der Gabel sowie das Einsetzen der Lagerschalen mit Vorbauträger ist relativ schnell erledigt. Nach wenigen Stunden, je nach Erfahrung, ist die komplette Gabel ausgebaut, die Lagerschalen aus dem Steuerkopf aus- und die neuen Lagerschalen eingepresst. Mit einigem Aufwand ist allerdings der Ausbau des Dorns in der unteren Gabelbrücke versehen. Wer hier nicht über die notwendigen Mittel bzw. Maschinen verfügt, wird daran eventuell scheitern.

Der Zusammenbau erfolgt dann in umgedrehter Reihenfolge.

Fertiger Rallyevorbau KTM 530 EXC

Fertiger Rallyevorbau KTM 530 EXC

Für den Aufbau der Navigationsgeräte bietet diese Lösung leider nicht sehr viel Platz, zumindest dann, wenn man wie im vorliegenden Aufbau ein TT IMO verwenden möchte. Dieses Gerät ist einfach zu groß in den Abmessungen und mit dem umfangreichen Kabelsalat sowie der zusätzlichen Schaltbox ein Problemfall bei der Installation. Ich werde wohl auf einen ICO oder RMS Tripmaster umrüsten, das erspart die zusätzliche Schaltbox und einige Meter an Kabel, da der ICO nur eine Plus- / Minusleitung, die Sensorleitung für die Raddrehzahl als auch eine Leitung für die Fernbedienung.

Um diese Geräte einzeln Spannungsfrei zu schalten habe ich auf der Trägerplatte zwei Kippschalter montiert, die sowohl F2R als auch IMO bei Bedarf von der Bordspannung trennen.

Sollte jemand zusätzliche Infos benötigen oder Erfahrungswerte was den Aufbau des Rallyevorbaus betrifft, kann er sich gerne an mich wenden.
Das Umbaukit sowie weiteres nützliches Zubheör ist hier www.pemopa.com erhältlich!

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Aktuelle Serie Wasserpumpen für Gilera

gilera_wasserpumpen_2016_3_1Mechanische Wasserpumpen für die Gilera Saturno, Dakota, XRT, Nordwest, RC

Wie den meisten Insidern rund um das Thema Gilera bekannt ist, bin ich europaweit der Einzigen, der Nachbauten der Wasserpumpen für die verschiedenen Gilera-Modelle anbieten.
In den letzten Jahren habe ich mehrere 100 Pumpen gefertigt, die weltweit in den verschiedensten Fahrzeugen problemlos laufen.

Die Entwicklung, Fertigung und der daraus entstandene Kontakt zu den Kunden war mir immer eine Freude. Dennoch muss ich an dieser Stelle mitteilen, das die Produktion mit dieser Serie eingestellt wird. Aufgrund der sehr guten Auftragslage im deutschen Maschinenbau ist es nicht mehr möglich, Bauteile für die Kleinserien der Wasserpumpe wirtschaftlich bei einem Zulieferer fertigen zu lassen.
Selbst die günstigsten Angebote geeigneter Fertigungsbetriebe übersteigen bei Weitem den Verkaufserlös. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Produktion der Wasserpumpen nach dieser Serie einzustellen.

Vielen Kunden ist nicht bewusst, welcher maschinelle Aufwand für die Fertigung der Bauteile notwendig ist, deshalb veröffentliche ich hier einen Screenshot von einem der letzten Angebote eines Zulieferers.
angebot_bauteile_wasserpumpe_2Ich verkaufte die Pumpe über Jahre im Bereich von 219,– – 239,– Euro, abhängig von Baujahr und Version der gewünschten Pumpe. Vielen Kunden war dieser Preis zu hoch angesetzt und man warf mir vor, mich am Verkauf der Pumpen mit überzogenen Preisen „bereichern“ zu wollen. Die Wahrheit sieht anderst aus:
Alleine ein Aluminiumgehäuse / Pumpengehäuse kostet nach einem aktuellen Angebot in der Fertigung 86,50 Euro, eine Welle 34,50 Euro, die Laufrolle 48,60 Euro und das Flügelrad 28,30 Euro. Diese Preise zzgl. 19% MwSt. Die hohen Kosten entstehen nicht nur durch die Kleinserie und die damit verbundene geringe Stückzahl, sondern auch durch Rüst- und Programmierzeiten von Maschinen, die Fertigung selbst bzw. Arbeitslohn und Material.
Hieraus ergibt sich ein Fertigungspreis (ohne Kleinteile wie Lager, Sicherungs- und Dichtringe) von mindestens 197,30 Euro + MwSt. Dazu kommen die Kleinteile und der Montageaufwand sowie spezielle Werkzeuge und Hilfsmittel, womit zwischenzeitlich der Einkaufs- den zu erzielenden Verkaufspreis übersteigt. Damit wird die Kleinserienfertigung der Wasserpumpen unwirtschaftlich, da ich es mir nicht leisten kann und möchte, pro Pumpe einen Verlust einzufahren.

Gilera Wasserpumpen 2016

Gilera Wasserpumpen 2016

Ich hoffe, damit für etwas Klärung zum Thema Preisgestaltung beigetragen zu haben. Für interessierte, die sich noch mit einem Ersatzteil für die Zukunft versorgen möchten: Einige letzte Pumpen gibt es noch im WebShop von pemopa.com

Als Alternative könnte ich, wenn sich jemand in der Zukunft mit der Materia auseinandersetzen möchte, auch Zeichnungen und Datensätze für die Fertigung bereit stellen.

Weitere Infos auch unter Gilera Wasserpumpen

Ich wünsche allzeit gute Fahrt.

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Gilera Saturno Australien

Gilera Saturno 500 Australien

Gilera Saturno 500 Australien

Umbau einer australischen Gilera Saturno 500, Japan Import. Fahrer und Saturno treiben vergnügen sich nun im sonnig-warmen „Down-Under“ in der Region Bodalla 😉

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To Strive, To Seek, To Find – And Not To Yield

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Gilera Saturno Japan mit PeMoPa – Wasserpumpe


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Bicycle Diaries – Italien mal anders

IMG_2569_1Ich wollte mal was anderes machen, ohne Motorrad, ohne Pauschalurlaub, eben mal was Neues erleben und so hat es mich mit dem Fahrrad nach Italien verschlagen.

Ziel und Stationen der (Fahrrad-) Reise waren die Städte Rom, Bologna, Florenz, Verona, Riva. Zum Abschluss der Tour noch eine schnelle Alpenüberquerung über den Brenner von Sterzing nach Innsbruck, natürlich mit dem Rad auch über Abschnitte der alten Brenner-Bundesstrasse.

In den nächsten Tagen werde ich hier einige Infos einstellen und von der Tour berichten.

Natürlich kombiniert mit Fotos und Reiseinfos.

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The eSaturno-Project – Teilefertigung

Ein bisschen was Technisches für die, die es interessiert 😉

Aluminiumplatten Motoraufnahme

Die von mir für die Aufnahme des Motors konstruierten Aluminiumplatten wurden entgegen ersten Planungen nicht mittels Laserschneiden, sondern durch Wasserstrahlschneiden aus 10 mm bzw. 8 mm starkem Material gefertigt. Leider war es kurzfristig nicht möglich, hier im Kreis eine Firma zu finden, deren Anlagen in der Lage sind, auch 10 mm starke Aluminiumplatten zu schneiden. Bei zwei angefragten Firmen war einfach kein entsprechendes Material auf Lager, und für einen „Großauftrag“ wie meinen, bestehend aus 3 Platten hochfestem Aluminiums, wollten sich die Firmen keine Materialien besorgen.
Demzufolge entschied ich mich für die Fertigung mittels Wasserstrahlschneiden, was zwar laut Fertigungsbetrieb nicht die Genauigkeit des Lasers erreicht und auch in Bezug auf die Kanten- und Gratbildung von der Qualität nicht der eines Laserschnitts entspricht. Vorteil war die sofortige Verfügbarkeit der Bauteile.

Erklärungen zum Wasserstrahlschneiden http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstrahlschneidemaschine gibt es z.B. bei Wikipedia.

Die Platten sowie alle Drehteile aus Aluminium sind zwischenzeitlich, nach einer ersten Montage am Rahmen mit Motor und Übersetzung sowie einer sorgfältigen Prüfung, ob alle Teile sich auch so wie angedacht in den Rahmen einfügen, zum eloxieren versendet worden.
Die Behandlung mittels Eloxalverfahren verleiht dem Werkstück eine hochwertige Oberfläche und eine höhere Härte. Zudem ist die Einfärbung der Oxidschicht in vielen denkbaren Farben möglich.

Erklärungen zum Eloxieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Eloxal-Verfahren

Zwischenwelle

Wird in wenigen Tagen ergänzt!

Hülsen und Drehteile aus Aluminium

Wird in wenigen Tagen ergänzt!

Auslegung Riemenantrieb Motor – Zwischenwelle

Der gewählte Riementrieb besteht aus einem Conti CONTI SYNCHROFORCE CXP HTD und zwei Aluminium-Zahnscheiben P 30 – 5M – 29
Die Auslegung erfolgte nach den bereits vorliegenden und aufgeführten Kriterien:

Zahnprofil Prof = 5 M
Zahnteilung T = 5,00 mm
Zähnezahl der kleinen Scheibe ZK = 30
Wirkdurchmesser der kleinen Scheibe DWK 47,75 mm
Zähnezahl der großen Scheibe ZG 30 mm
Wirkdurchmesser der kleinen Scheibe DWK 47,75 mm
Drehzahl max. der kleinen Scheibe NK 4000 U/min
Drehzahl max. der grossen Scheibe NG 4000 U/min
Riemenlänge LW 450
Zähnezahl des Riemens Z 90
Achsabstand AER 150 mm
Umschlingungswinkel ZK BETA 180 °
Riemengeschwindigkeit V 10 m/sek
Biegefrequenz BF 44,44 Hz
Gesamtbetriebsfaktor C= 1,80
Zahneingriffsfaktor C1 1,00
Längenfaktor C5 0,90
Geforderte Übertragungsleistung P 4 KW
Drehmoment ZK MDK 9,55 Nm
Drehmoment ZG MDG 9,55 Nm
Errechnete Riemenbreite BERR 16,38 mm
Gewählte Riemenbreite B 30 mm
Leistungswert B PR 13,48 KW
Gesamtbetriebsfaktor C0ER 3,37
Umfangskraft FU 400 N
Statische Trumkraft FSTAT 341 N
Gesamtvorspannkraft FV 682 N
Vorspann-Belastungsfaktor k1 1,25
Vorspann-Betriebsfaktor k2 1,36
Eigenfrequenz Trum EIF 196 Hz

Nun wird sich der ein oder andere technisch versierte Leser fragen, warum die Auslegung z.B. nur eine geforderte Übertragungsleistung von 4 KW vorsieht, wenn der gewählte Elektromotor doch mindestens das doppelte der Leistung an den Riementrieb abgeben kann.
Die Antwort ist in diesem Falle recht einfach und wird von folgenden Faktoren gegeben: Strom, Akkupack, Reichweite und erwünschte Höchstgeschwindigkeit
Bei einer Auslegung mit einer vom Motor bereitgestellten Leistung von 4 KW erreichen wir entsprechend eine Motordrehzahl von ca. 3.650 U/Min.
Führen wir diese Rechnung weiter, also abgegebene Drehzahl Zwischenwelle an Hinterrad über U1/2 würde dies schon einer Endgeschwindigkeit von ca. 110 Kilometer / Stunde entsprechen, was ich für einen Prototypen, angedacht für den Betrieb im Stadtverkehr oder sonntägliche Ausflüge auf der Landstraße für mehr als ausreichend halte.
Zudem wäre es jederzeit ohne großen technischen Aufwand denk- und umsetzbar, die abgegebene Leistung des Motors zu erhöhen, da die technischen Komponenten für eine vielfach höhere Kraftübertragung ausgewählt wurden. So könnte der Zahnriemen in der gewählten Breite z.B. eine Leistung von ca. 13,5 KW übertragen.

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The eSaturno-Project – Motor und Halterung

Es geht weiter und der Umbau der Saturno erreicht mit der Anlieferung weiterer Teile einen neuen Projektstand.

Heute wurden weitere Teile geliefert, darunter der Elektromotor, ein 17 KG Drehzahlmonster, das den bisherigen Verbrennungsmotor ersetzt, womit sich auch dem Letzten der Blogtitel „The eSaturno-Project“ erschließen sollte. Ebenfalls erhielt ich die konstruierten Halteplatten aus Aluminium, die Verbindungsbuchsen sowie diverse Kleinteile und Zubehör. Wesentlich für den weiteren Projektfortschritt ist der Motor und die Baugruppe für die Montage des Antriebs.

eMotor inkl. Anschluß- und Steuerleitung

eMotor inkl. Anschluß- und Steuerleitung

Hier einige Leistungsdaten des Motors, der in meiner Saturno Verwendung findet:

– Spannung von 48 – 120 Volt
– max. Drehzahl ca. 6.000 U/Min
– Leistung im Bereich von 8KW – 20KW
– Effizienz von max. 91%
– Gehäuseausführung Aluminium
– Gewicht ca. 17 KG

Entscheidend für die Auswahl des Elektromotors war weder Leistung noch Drehmoment, sondern vielmehr die baulichen Abmessungen bzw. der benötigte Raum um den Motor in die Rahmengeometrie zu integrieren. Es gibt auf dem Markt leistungsfähigere Elektromotoren, deren Peak-Werte dem von mir gewählten Motor bei weitem Übertreffen. Jedoch wollte ich kein „Saturno-Rennerle“ das auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist, sondern eher eine annehmbare Reichweite sowie einen ordentlichen Durchzug im unteren Drehzahlbereich.

Der Saturnorahmen hat einige typische italienische „Eigenarten“, die nur wenig Freiraum für solche Spielereien zulassen.
Auch war es mir ein Anliegen, keine technischen Veränderungen am Rahmen selbst vorzunehmen, also z.B. die Flex anzusetzen und überstehende Laschen und Kanten zu entfernen oder selbst kleine Schweißarbeiten vorzunehmen. Ich wollte mir den Rahmen in der ursprünglichen Bauweise erhalten um zum einen unnötige Diskussionen mit dem TÜV-Prüfer zu vermeiden, und zum Zweiten, um einen eventuellen Rückbau jederzeit ohne Probleme durchführen zu können.

Halteplatte_Motor_eSaturno_3Um den Elektromotor den Anforderungen entsprechend mit dem Rahmen und Fahrwerk zu verbinden, habe ich eine Konstruktion erstellt, die sowohl den Motor, die notwendig gewordene Zwischenwelle enthält als auch die Befestigungs- bzw. Verschraubungspunkte des Rahmens nutzt. Eben jene Befestigungspunkte trugen den original Verbrennungsmotor und sollten auch in meinem Vorhaben als Basis für eine solide Verbindung dienen.
Die obrige Abbildung zeigt die inneren linken und rechten Trägerplatten aus Aluminium, die sowohl den Elektromotor aufnehmen als auch die Verbindung zum Motorradrahmen bilden. Im weiteren Verlauf wird beidseitig, nach Einbau des Motors die Baugruppe komplett mit einer rechten und linken Gehäusehälfte gekapselt, um den Motor als auch den Riemenantrieb vor Umwelteinflüssen zu schützen.

Weitere Bilder folgen dann in wenigen Tagen oder sind in der Galerie des ersten Beitrages zu diesem Thema!

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The eSaturno-Project – Schätze gefunden

gilera_saturno_500_rot_2_1Für die letzten Tage hatte ich mir eigentlich vorgenommen, rechtzeitig zum Saisonende die Werkstatt aufzuräumen sowie die Regalmeter mit dem Sammelsurium an Ersatzteilen aus vergangenen Beutezügen etwas zu lichten. Wie des Öfteren blieb es dann doch beim Vorsatz bzw. bei einer halbherzigen Umsetzung, da mir die Entsorgung vieler Teile Herzschmerzen bereitet, eben die typische Leidensgeschichte eines Jägers und Sammlers.
Dennoch habe ich eine gute Tonne, also 1.000 KG (!!!) an Material, das ungenutzt die letzten Jahre auf verschiedenen Regalebenen verbrachte, der Entsorgung bzw. der Schrottpresse zugeführt. Vieles davon war in einem leidlichen Zustand, dementsprechend viel der Abschied bei diesen Teilen auch weniger schwer. Und der Anfang war gemacht 😉

Und wie es sich manchmal so ergibt, fand ich doch noch ca. 15 Eurokisten mit Ersatzteilen diverser Gilera-Saturno, gut verpackt und trocken gelagert, von A wie Anlasser bis Z wie Zündspule war alles dabei. Nebenan fanden sich die entsprechenden Kartons in denen sich Großteile wie Schwinge, Rahmen und Verkleidungen befanden.
Ich hatte dieses Konvolut an Saturno-Teilen gar nicht mehr auf dem Schirm und war über deren Vorhandensein natürlich sehr erfreut.
Alles in einem guten Zustand und, gerade in Anbetracht der mangelnden Verfügbarkeit der Ersatzteile, für die Entsorgung viel zu Schade.

Was tun mit dem unerwarteten Fund? Weiterhin die guten Teile bunkern und Überzähliges auf den einschlägigen Internet-Marktplätzen anbieten?

gilera_saturno_project_2_1Für Kenner der italienischen Schönheit ist die Saturno eine gute, unter Eigentümern eine liebgewordene Bekannte. Für diejenigen, die weniger mit dem Namen Saturno anfangen können, hier eine kurze Zusammenfassung:

Neupreis: 11.500,– DM

  • Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor
  • zwei obenliegende, zahnriemenangetriebene Nockenwellen
  • Nennleistung 38 PS bei 7000/min
  • kontaktlose Zündanlage mit Drehzahlbegrenzer
  • Dellorto-Gleichdruckvergaser
  • Ausgleichswelle
  • Gitterrohrrahmen
  • Telegabel mit Standrohrdurchmesser 40 mm
  • Federweg vorn 120
  • Federweg hinten 130
  • Zentralfederbein mit Hebelsystem
  • 300 mm Scheibenbremse vorn mit Vierkolbensattel
  • Gewicht 168 KG
  • Gesamtgewicht 255 KG
  • Sitzhöhe 790 mm
  • 20 Liter Tank

So reifte in mir in den vergangenen Tagen der Entschluss, das gefundene Material zu verwenden, eine Saturno komplett neu aufzubauen und dem Straßenverkehr wieder zuzuführen. Aber restaurieren kann jeder, wir können elektrisch…. dazu mehr später 😉

Den Anfang machte natürlich die komplette Überarbeitung des Rahmens, Schwinge, Vorbau und einiger Teile des Fahrwerks. Diesen habe ich zur Überarbeitung in einem Fachbetrieb glasperlstrahlen und in schwarz glänzend pulverbeschichten lassen.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und vermittelt einen soliden und hochwertigen Eindruck.
Im ersten Schritt habe ich nun erste Komponenten montiert und ein neues Federbein von Wilbers eingesetzt.

In den kommenden Tagen werde ich mich dann an den weiteren Aufbau der Saturno machen und etwas mehr Zeit in dieses Projekt investieren.

Weitere Infos und den aktuellen Stand des „eSaturno-Project“ findest Du in den nächsten Tagen hier.

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Does anybody know the way home?

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